Das U-Bahnhof-Chaos geht weiter

Eröffnungstermine ungewiss

Aus dem Nahverkehrsplan (NVP), in dem Senat und die BVG ab 2020 die barrierefreie Zugänglichkeit aller U-Bahnhöfe gewährleisten wollten, wird vorerst nichts. Jedenfalls nicht bei den U-Bahnhöfen Neu-Westend, Kaiserdamm, Ernst-Reuter-Platz, Mierendorffplatz und Deutsche Oper. Im NVP steht auch, dass es in Einzelfällen Verzögerungen geben kann. Allerdings muss schon die Frage gestellt werden, warum das alles so lange dauert. Zu aller Planungsunsicherheit kommt hinzu, dass der Senat keinen einzigen Eröffnungstermin nennen kann.

Für den U-Bahnhof Neu-Westend gab es zuletzt noch die Hoffnung, dass 2023 mit der Fertigstellung zu rechnen sei. Durch die Schriftliche Anfrage erfuhr Andreas Statzkowski, dass dies Wunschdenken ist. Zitat: „In den Jahren 2015 bis 2018 fanden umfangreiche Vorabstimmungen mit verschiedenen Verwaltungsstellen und Leitungsbetreibern statt. Das seit Anfang 2019 laufende Anhörungsverfahrenkonnte aufgrund der Einsprüche verschiedener Verwaltungen bisher nicht abgeschlossen werden. Demzufolge kommt es zu Verschiebungen im geplanten Bauablauf. Ein genauer Baubeginn und somitauch eine Fertigstellung des Aufzugs können derzeit noch nicht benannt werden.“ Insgesamt sind fünf Fachbehörden mit dem Aufzug in Neu-Westend befasst und kommen nicht weiter.

Beim U-Bahnhof Kaiserdamm liegt die Genehmigung für den Aufzug für den südlichen Bahnsteig seit August 2020 vor. Probleme gibt es beim nördlichen Bahnsteig. Verschiedene Planungen gibt es hierfür seit 2018 – allerdings „bestehen Konflikte entweder in Bezug auf die Betriebssicherheit (Entfluchtung), den vorhandenen Leitungsbestand, den Denkmalschutz oder die geplanten Radverkehrsanlagen“, heißt es in der Senatsantwort.

Am Ernst-Reuter-Platz wurde der Antrag für den barrierefreien Ausbau im November 2018 gestellt. Momentan wird dort eine erneute Standortbetrachtung durchgeführt, da es gegen den Aufzugstandort an Gleis 1 Bedenken gibt.

Probleme gibt es auch am Mierendorffplatz. Die Standortsuche ist schwierig, aufgrund der Denkmalschutzbelange des U-Bahnhofs und des Mierendorffplatzes als Gartendenkmal. Hinzu kommt einen Straßenneubaustrecke. „Die genaue Streckenführung und die Lage der Straßenbahnhaltestelle erlaubt noch keine verbindliche Verortung des Aufzugs. Um eine optimale Verknüpfung und Umsteigebeziehung zwischen der Straßenbahnneubaustrecke und dem Aufzug zu erreichen, ruht das Verfahren derzeit, bis eine ausreichende Planungssicherheit bezüglich der Straßenbahnanlage vorliegt“ schreibt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz.

Am U-Bahnhof Deutsche Oper wird eine neue Standortvariante untersucht. Gegen den in der ersten Anhörungsrunde vorgetragenen Standort gab es erhebliche Bedenken.

Fazit aus der Senatsantwort: „Aufgrund der laufenden Plangenehmigungsverfahren kann derzeit zu den Eröffnungsterminen keine Aussage getroffen werden.“