Shetlandinseln - ein etwas anderer Urlaub

Schon früh gab es Handel mit der deutschen Hanse
Schon früh gab es Handel mit der deutschen Hanse

„Mord auf Shetland“ – das ist Andreas Statzkowskis Lieblingsserie im deutschen Fernsehen. Und auch die zuvor zahlreich erschienenen Bücher von Ann Cleeves hat er schon öfter gelesen. Klar, dass sein Reisevortrag über die Shetlandinseln im Bürgerbüro  - voller Empathie für diesen Teil Schottlands -  auf die Zuhörer übersprang. Auch wenn es einen Minuspunkt zu bedenken gab, den der Westender Abgeordnete nicht verheimlichte: „Wer dorthin reist, muss abkönnen, dass die höchste Temperatur des Jahres meist nicht mehr als 17,5 Grad ist.“

 

Die Shetland Inseln, die nördliche Inselkette Großbritanniens, gehörten immerhin bis zum 15. Jahrhundert zu Norwegen, ehe sie schottisch wurden. Und bereits da betrieben sie Handel mit der deutschen Hanse – siehe Foto.

Die Shetland-Inseln liegen in der Nordsee und im Nordatlantik zwischen Norwegen, Orkney und den Färöern. Die ideale Reisezeit ist der Juni, denn dann regnet es weit weniger als zu Anfang und Ende des Jahres.  Zudem findet immer Ende Januar das große Wikinger Feuer-Festival „Up Helly Aa“ statt. Es ist in etwa vergleichbar mit unserem Karneval oder Fasching. Als Nordmänner verkleidet wird einen Tag lang wild gefeiert und zum Schluss ein Schiff verbrannt. Die Einheimischen wollen so zeigen, dass sie stolz auf ihre skandinavischen Wurzeln sind. Und die zahlreichen Touristen belegen dann die Hotels und Unterkünfte.  „Leider ist es auch nicht sinnvoll über Ostern zu reisen“, war der nächste Tipp von Andreas Statzkowski, „denn dann sind Cafés und Museen oft geschlossen.“

Sehenswert: Broch von Clickimin

Wirtschaftlich stehen die Shetland-Inseln gut da. Nicht nur wegen der Shetland-Ponys, die alle Besucher schnell begeistern. Erdöl und Schafzucht sind die Haupteinnahmequellen.  Die Hauptinsel ist Mainland. Sie bietet mit dem Flughafen und den Fährverbindungen den Verkehrsknotenpunkt der Shetlands. Die Hauptstadt der Shetland-Inseln heißt Lerwick. Hier leben mit etwa 7000 Einwohnern die meisten Menschen. Südwestlich von Lerwick liegt der etwa 2000 Jahre alte Broch von Clickimin. Ein Broch ist ein runder, eisenzeitlicher Turm ohne Fenster. Und der hier ist bestens erhalten – also sehr sehenswert. Bestens zu empfehlen ist hier auch die Fudge-Company. Wer sich also mit allen Arten von Karamell-Bonbons als Mitbringsel eindecken möchte, hat hier ausreichend Gelegenheit und Auswahl. 

Blumenwiesen auf Sandböden 

In Scalloway, der zweitgrößten Stadt der Shetland-Inseln, lohnt ein Besuch des Museums. Die größte Sehenswürdigkeit ist allerdings das Castle. Erbaut um 1600 vom Earl Patrick Stewart. Hier kann man typisch schottische Befestigungsanlagen noch heute besichtigen. „Bei einem Spaziergang sollten Sie dann auch mal die Wiesen näher betrachten,“ rät Andreas Statzkowski. Der Grund: Hier findet man Machair-Wiesen, also Blumenwiesen auf Sandböden. Und gerade deshalb blühen seltene Pflanzen und Orchideen.

Wer sich eher für Vögel interessiert, findet auf der kleinen Insel „Fair Isle“ mit dem Vogelobservatorium ein schönes Ziel. Aber bitte beachten: Die Vögel können sich auch mal „a la Hitchcock“ verhalten. „Also besser ist es, entweder mit Hut unterwegs zu sein oder aber einen Stock über den Kopf zu halten.“ Andreas Statzkowski sprach wie immer aus eigener Erfahrung. Wer es etwas ruhiger möchte, kann sich für Handarbeiten begeistern – natürlich auch wieder ganz spezielle. Denn Stricksachen mit Fair-Isle-Muster eilt internationales Interesse voraus.

Hier noch zwei weitere Besuchtipps.

Ausgrabungsort Skara Brae: Eine jungsteinzeitliche Siedlung auf Orkney.

Jarlshof: Anlage mit einem halb zerstörten Broch, einem Komplex von Wheelhäusern (Radhäusern), einem Souterrain (englisch Earth House) und Langhäusern der Wikinger.

 

 

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