Sizilien im Herbst – bellissima!

Andreas Statzkowski lud nach langer Corona Pause zu einem neuen Reisevortrag in das Bürgerbüro ein. Ziel der Reise war dieses Mal der West/Süd-West Teil von Sizilien. „Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem“, ein Zitat, dem Andreas Statzkowski gerne zustimmt.

J.W. Goethe, Italienische Reise, 1816


Als beste Reisezeit empfiehlt er den Oktober, beziehungsweise den Herbst im Allgemeinen, da es im Sommer aufgrund des hohen Touristen -Aufkommens doch oft an den interessanten Stätten ziemlich voll werden kann. Auch die Wassertemperatur ist im Oktober noch sehr angenehm, wodurch sich der Winter ein wenig vor sich herschieben lässt. Die Badeorte sind allerdings im Vergleich zu denen in anderen Teilen der Insel nicht die schönsten, da sie städtebaulich sehr an die große Zahl von Touristen angepasst worden sind. Pittoresk ist beispielsweise der Strand rund um das Eiland Isola Bella im Nordosten Siziliens. Momentan gibt es nur wenige Idealverbindungen, um Sizilien zu erreichen. Seit der Insolvenz von Air Berlin ist die Auswahl an Flugverbindungen deutlich geschrumpft, inzwischen fliegt nur noch Ryanair direkt, ansonsten muss mit mehreren Zwischenstopps gerechnet werden.

 

Die größten Attraktionen in dieser Region sind archäologische Ausgrabungen, sowie antike Tempel und selbstverständlich die malerischen Ortschaften. Da der Südwesten Siziliens häufig von Erdbeben heimgesucht wurde und wird, bietet sich hier des Öfteren die Möglichkeit der Unterwasser-Archäologie, welche sich mit archäologischen Quellen beschäftigt, die unter Wasserbedeckung erhalten geblieben sind. Im Zuge dessen wurden unter anderem hunderte antike Weinamphoren, welche inzwischen leider leer sind, geborgen und in Museen ausgestellt.

 

Palermo hat viel zu bieten

 

Doch auch im fernen Sizilien lässt sich eine Verbindung zur deutschen Geschichte finden und zwar in Form des sizilianischen Königs Friedrich II. Heiliges Römisches Reich, der ab 1198 bis zu seinem Tod 1250 Sizilien regierte und Kaiser des römisch-deutschen Reiches war. So liegt Friedrich II. HRR in der Kathedrale von Palermo begraben, wie auch sein Vater und Vorgänger Heinrich VI. Neben der Kathedrale, die im normannisch-arabischen Stil errichtet wurde, gehört der Normannenpalast zu den absoluten Sehenswürdigkeiten Palermos. Beide Gebäude spiegeln in ihrer Bauart die abwechslungsreiche Kultur und Geschichte Siziliens wider, dass zuerst von den Arabern im 10. Jhd. und anschließend den Normannen im 11. Jhd. erobert wurde.

Abgesehen von diesen zwei historischen Bauwerken, ist in Palermo mit dem Teatro Massimo das drittgrößte Theater Europas zu besuchen. Zum Entspannen lädt der Botanische Garten ein, der immer einen Besuch wert ist. 

 

Kreideformation erklettern

 

Ein weiteres Highlight der Rundreise war die Scala die Turchi, Treppe der Türken, in der Nähe von Agrigent im Süden von Sizilien. Allerdings bezieht sich das „Türken“ nicht auf die heutigen Bewohner der Türkei, sondern vielmehr auf sarazenenische Piraten, welche im damaligen Volksmund Türken genannt wurden. Die beeindruckende Kreideformation kann sogar bestiegen werden, aber nur mit rutschfestem Schuhwerk! Abschließend sollten Sie sich noch Zeit für einen Besuch im Naturschutzgebiet bei Scopello nehmen. Die Vielzahl an mediterraner Flora und Fauna ist sehenswert.

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