„Demokratie tut sich schwer damit, sich künstlerisch zu zeigen“

 

Rüdiger Kruse, Abgeordneter des Wahlkreises Hamburg-Eimsbüttel und Berichterstatter für Kultur, Medien und das Bundeskanzleramt im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, besuchte am Montag, 15. Februar 2016, auf Einladung von Klaus-Dieter Gröhler das Café Wahlkreis in Wilmersdorf. Er berichtete den Zuhörern über das kulturelle Engagement des Bundes, vor allem in Berlin.

Da Kunst und Kultur grundsätzlich Ländersache sind, konzentrieren sich die Kulturinitiativen des Bundes unter anderem auf die gesamtstaatliche Repräsentation, die Förderung gesamtstaatlich relevanter kultureller Projekte und Einrichtungen sowie die Bewahrung des kulturellen Erbes. Im Jahr 2011 beteiligte sich der Bund an der Kulturfinanzierung mit einem Beitrag von 13,3% der Gesamtausgaben für Kunst und Kultur in ganz Deutschland. Einen besonderen Schwerpunkt legt der Bund bei seiner Arbeit auf die Förderung von Kunst und Kultur in der Hauptstadt Berlin. Hier investiert er jährlich 399 Millionen Euro, die beispielsweise den Berliner Festspielen, der Topographie des Terrors oder der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu Gute kommen, erklärte Rüdiger Kruse. Darüber hinaus würden zusätzlich einzelne Projekte wie die Sanierung der Staatsoper oder der Neubau des Museums der Moderne in Berlin gefördert. Auch dass Kulturpolitik nicht immer einfach ist, ging aus Rüdiger Kruses Vortrag hervor. „Demokratie tut sich schwer damit, sich künstlerisch zu zeigen“, fasste er zusammen. So wird der ohnehin schon relativ geringe Kulturetat bei Umfragen neben der Finanzverwaltung von Bürgern häufig als zu kürzender Bereich genannt. „Bei der Kulturförderung wird auch viel genauer hingeschaut“, sagte Rüdiger Kruse, „der Vorwurf der Verschwendung von Steuergeldern – beispielsweise bei der Förderung von Aktionskunst – steht sehr viel schneller im Raum“. Andererseits bringen kleine Projekte wie der Buchhändlerpreis in Berlin oder die Förderung kleiner, aus nicht-wirtschaftlicher Motivation durch Einzelpersonen betriebener Programmkinos, besondere Freude bei der Arbeit in der Kulturpolitik. „Außerdem haben Kunst und Kultur auch immer etwas mit Freiheit zu tun und das ist gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig“, waren sich Klaus-Dieter Gröhler und Rüdiger Kruse einig. 

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