„Berlin, die Startup-Hauptstadt“

 

 „Köpfe, Kapital und ein gesundes Maß an Regulierung“ sind nach Florian Nöll, dem Vorsitzenden des Bundesverbands Deutsche Startups e.V., die Voraussetzungen für eine funktionierende Startup-Szene. Die Möglichkeiten, die Deutschland Gründerinnen und Gründern bietet, seien bereits die besten in Europa. Weit überboten würden sie jedoch von den USA, insbesondere im Silicon Valley, dem bedeutendsten Standort für IT- und High-Tech-Industrie weltweit.

Bei seinem Besuch im Café Wahlkreis-Wilmersdorf am Dienstag, 05.04.2016, informierte Florian Nöll die Bürgerinnen und Bürger über die Situation von Startups in Deutschland, Berlin sowie im Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf. Es sei eine gute Entwicklung, dass „derzeit mehr Kapital nach Berlin als nach London fließt“ und in innovative Ideen investiert würde. Allerdings wies Nöll auf Schwachstellen und Risiken im deutschen Markt hin, die gesellschaftlich und politisch zu reduzieren sind. Anhand der Frage „Wie geht die Gesellschaft mit Leuten um, die hinfallen?“ arbeitete er die Unterschiede beispielsweise zum amerikanischen Markt heraus. So seien in Deutschland sieben von zehn Unternehmern Erben, während in den USA acht von zehn Unternehmen von Privatpersonen gegründet würden. Die relative „Gründungsfaulheit“ in Deutschland hänge vor allem mit einer „generellen Angst vor dem Scheitern“, den im Insolvenzfall sehr strengen gesetzlichen Regelungen und dem Mangel an Kapitalgebern zusammen. Auch würde unternehmerisches Denken in der Schule nicht gelehrt und die Gründung eines Unternehmens als Berufswunsch komme in Umfragen unter Hochschulabsolventen nicht vor.

Florian Nöll betonte, dass der Wahlkreis Charlottenburg-Wilmersdorf mit seinen Hochschulstandorten und vielen Büroflächen ein gutes Umfeld für Neugründungen darstelle und bereits viele Startups hervorgebracht habe. Nach einem sehr informationsreichen Vortrag rundete eine angeregte Diskussion mit den zahlreich erschienen Gästen den Abend ab.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben